Olympia 1972 Volleyball

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Beschreibung

Volleyball

Erstmals seit 1964 bei den Olympischen Spielen in Tokio dabei, erlebte Volleyball einen Aufschwung während der Olympiade in München. Denn zum ersten Mal wurden Spiele im Fernsehen übertragen. Auch der Erfolg der DDR-Mannschaft trug dazu bei. Einen sonderbaren Protest gab es in dem ohnehin brisanten Spiel um Platz 3 bei den Frauen zwischen Nordkorea und Südkorea.

Es nahmen 140 Männer aus 12 Ländern und 93 Frauen aus 8 Ländern teil. Die Wettkämpfe fanden vom 27. August bis zum 9. September statt. Austragungsort war die Volleyballhalle im Olympiapark.

Bei den Männern waren neben dem Gastgeber Deutschland die Sowjetunion als Titelverteidiger und Japan als Finalist der Olympischen Sommerspiele von 1968 gesetzt, dazu die ersten drei der Weltmeisterschaft von 1970 in Sofia, die Kontinentalmeister aus Afrika und Asien und die beiden Finalteilnehmer der Panamerikanischen Spiele. Die beiden übrigen Plätze wurden 1972 bei einem Turnier in Paris ermittelt. Im gesamten Turnier wurden insgesamt 40 Spiele ausgetragen.
Neuerungen gab es auch hier. Es wurde ein neuer Austragungsmodus angewandt. Statt wie bisher eine Turnierrunde wurden nun die zwölf qualifizierten Mannschaften in zwei Gruppen mit je sechs Teilnehmern gelost. In der Vorrunde spielte jeder gegen jeden, danach spielten die beiden besten Mannschaften in jeder Gruppe im Halbfinale über Kreuz gegeneinander. Die Gewinner kamen ins Finale, die Verlierer spielten um Platz 3. Die übrigen Mannschaften spielten um die Plätze 5 bis 12.
Im Finale standen sich die (ehemalige) DDR und Japan gegenüber. Japan gewann mit 3:1 und holte Gold. Im Spiel um Platz 3 setzte sich die (ehemalige) Sowjetunion gegen Bulgarien mit 3:0 durch.

Bei den Frauen waren neben dem Gastgeber Deutschland auch der letzte Olympiasieger Sowjetunion, die vier Erstplatzierten der Weltmeisterschaft von 1970, der Asienvertreter und der Gewinner der Panamerikanischen Spiele startberechtigt. Im gesamten Turnier wurden insgesamt 20 Spiele ausgetragen.
Auch hier gab es einen neuen Austragungsmodus. Nun gab es zwei Gruppen mit jeweils 4 Mannschaften. Die beiden besten Mannschaften aus jeder Gruppe spielten anschließend im Halbfinale über Kreuz gegeneinander. Die Gewinner kamen ins Finale, die Verlierer spielten um Platz 3. Die übrigen Teilnehmer spielten um die Plätze 5 bis 8.
Im Finale standen sich die Sowjetunion und Japan gegenüber. Die Sowjetunion siegte mit 3:2 und gewann die Goldmedaille.

Die Leistung der deutsch-deutschen Athleten bei diesen Spielen war eher durchwachsen. Zwar holten die Männer der DDR-Mannschaft die Silbermedaille, die Frauen hingegen hatten sich nicht einmal qualifiziert. Bei den bundesdeutschen Athleten und Athletinnen sah es noch schlechter aus. Die Männer wurden vorletzter, die Frauen sogar Letzter.

Neben dem neuen Austragungsmodus gab es darüber hinaus noch weitere Änderungen des Reglements. Zum Beispiel änderte sich die Festlegung des Ballgewichts auf 250 bis 280 Gramm, des Weiteren wurden an den Netzenden flexible Antennen befestigt, um die Schiedsrichter bei ihrer Arbeit zu unterstützen.

Skurril wurde es beim Spiel der Frauen um Platz 3. Nachdem Nordkorea gegen Südkorea gewann, bezichtigten die Verantwortlichen von Südkorea die Spielerin Kim Zung-bok wäre ein Mann. Begründet wurde dies mit der hervorragenden Leistung während des Spiels und dem damit maßgeblichen Anteil am Erfolg. Daraufhin legte die Spielerin ein Weiblichkeitszertifikat vor, dass sie extra von ihrer Medizinischen Kommission erstellen lies. Somit konnte sie die Anschuldigungen entkräften. Damit war es aber noch nicht vorüber, denn die Südkoreanerinnen gaben sich noch nicht geschlagen. Nun behaupteten sie, statt Kim Zung-bok hätte die Spielerin Han Jong-suk, die bei Olympia nicht eingesetzt wurde, die medizinische Untersuchung gemacht. Jedoch konnten sich auch diese Vorwürfe nicht bestätigen, sodass die Proteste schließlich abgewiesen wurden.

Finale Männer:
DDR – Japan 1:3

Spiel um Platz 3. Männer:
Sowjetunion – Bulgarien 3:0

Finale Frauen:
Japan – Sowjetunion 2:3

Spiel um Platz 3. Frauen:
Südkorea – Nordkorea 0:3

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