Olympia 1972 Handball

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Leseprobe: Handball

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Beschreibung

Handball

Erstmals wurde Hallenhandball olympisch. Zwar gab es zuvor bereits Handball bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin, dort wurde jedoch noch Feldhandball gespielt. Danach gab es 36 Jahre lang keine Handballturniere mehr bei Olympischen Spielen.

Insgesamt nahmen 243 Männer aus 16 Nationen teil, Frauen waren nicht teilnahmeberechtigt, erst 1976 durften sie ebenfalls an den Olympischen Spielen teilnehmen. Qualifiziert wurde sich über die 7. Handballweltmeisterschaft in Frankreich oder über die Kontinentalmeisterschaften und einem Qualifikationsturnier.
Zum ersten Mal wurde auch ein zweiter Schiedsrichter eingeführt. Ein weiteres Novum war, dass die Spiele erstmals in einer Halle ausgetragen wurden. Austragungsorte waren die Olympiahalle in München, die Donauhalle in Ulm, die Hohenstaufenhalle in Göppingen (seit 2008 EWS Arena), die Sporthalle in Böblingen und die Sporthalle in Augsburg (seit 2011 Erhard-Wunderlich-Sporthalle). Die Wettkämpfe fanden vom 30. August bis zum 10. September statt. Es wurden insgesamt 44 Spiele ausgetragen, dabei fielen 1.428 Tore (32,45 Tore im Schnitt).

Die Mannschaften wurden in 4 Gruppen aufgeteilt, die jeweils einmal gegeneinander antraten. Die jeweiligen Viertplatzierten spielten anschließend um die Plätze 13 – 16, die jeweiligen Drittplatzierten um die Plätze 9 – 12. Die beiden besten Mannschaften aus jeder Gruppe kamen in die Hauptrunde. Dort traten sie erneut gegen jede andere Mannschaft aus ihrer Gruppe an. Die jeweiligen Viertplatzierten spielten anschließend um Platz 7 – 8, die Drittplatzierten um Platz 5 – 6, die Zweitplatzierten um die Bronzemedaille (Platz 3) und Platz 4 und die beiden Gruppensieger um olympisches Gold und olympisches Silber.

Der Osten dominierte diese Olympischen Spiele. Der spätere Olympiasieger aus (dem ehemaligen) Jugoslawien gewann alle Spiele während des Turniers. Silber und Bronze erhielten die (ehemalige) Tschechoslowakei und Rumänien. Platz 4 und 5 ging in die (ehemalige) DDR und in die (ehemalige) Sowjetunion. Die Bundesrepublik Deutschland, die mit einer großen Erwartungshaltung ins Turnier startete, wurde am Ende 6.

Im Finale zeigte Jugoslawien mit seinen Handballlegenden Abas Arslanagic, Hrovje Horvat und Zoran Zivkovic noch einmal seine ganze Dominanz. Der Gegner aus der Tschechoslowakei hatte keine Chance und lag zur Halbzeit bereits deutlich mit 12:5 zurück. Am Ende gewannen sie mit 21:16.
Im Spiel um Platz 3. setzte sich Rumänien gegen die DDR durch und holte damit seine erste Handballmedaille.

Auch bei den Torschützen dominierten die Spieler aus den osteuropäischen Ländern. Bester Torschütze des Turniers wurde der Rumäne Gheorghe Gruia mit 37 Toren, gefolgt von dem Ungarn István Varga (32 Tore) und den beiden Jugoslawen Ðorđe Lavrnić und Milan Lazarević (28, bzw. 27 Tore). Flemming Hansen aus Dänemark kam ebenfalls auf 27 Tore.

Finale:

Jugoslawien – Tschechoslowakei 21:16 (12:5)

Spiel um Platz 3:

DDR – Rumänien 16:19 (8:11)

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