Olympia 1972 Wasserball

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Leseprobe: Wasserball

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Beschreibung

Wasserball

Die brutalsten Wettkämpfe fanden nicht beim Judo, Ringen oder Boxen statt, sondern bei den Wasserballern. Dabei gewannen die späteren Goldmedaillengewinner nur hauchdünn. Durch eine neue Regeländerung wurde die Sportart spannender.
Erstmals olympisch wurde Wasserball bereits 1900. Damit gehört es zu den ältesten Ballsportarten bei Olympia; noch vor Fußball, Handball und Tennis.

Bei diesen Wettkämpfen nahmen 176 Athleten aus 16 Ländern teil. Auch hier waren nur Männer teilnahmeberechtigt. Frauen waren erstmals bei Olympia in Sydney im Jahr 2000 vertreten. Austragungsorte waren die Münchner Olympia-Schwimmhalle und das Dantebad im Münchner Stadtteil Gern. Die Spiele fanden vom 27. August bis zum 4. September statt. Automatisch teilnahmeberechtigt waren die ersten sechs der Europameisterschaft von 1970, das (ehemalige) Jugoslawien, die (ehemalige) Sowjetunion, Ungarn, Italien, die Niederlande und Rumänien. Sie waren genauso gesetzt wie die ersten vier Mannschaften der Panamerikanischen Spiele von 1971 und der Sieger der Asienspiele von 1970. Die Bundesrepublik Deutschland war als Gastgeber automatisch qualifiziert. Es gab 3 Vorrundengruppen. Die Medaillengewinner der Olympischen Spiele von 1968 in Mexiko, Jugoslawien, die Sowjetunion und Ungarn waren gesetzt, die anderen Mannschaften wurden zugelost. Die beiden erstplatzieren jeder Gruppe kamen in die Finalrunde I., bei der, genau wie in der Vorrunde, jeder gegen jeden spielte. Die Dritt- und Viertplatzierten jeder Runde kamen in die Finalrunde II, die dort um die Plätze 7 – 12 spielten. Die Vorrundenergebnisse wurden dabei berücksichtigt.

Zum ersten Mal wurde während dieser Spiele die 45-Sekunden Regel angewandt, die besagt, dass die im Ballbesitz befindliche Mannschaft innerhalb von 45 Sekunden einen Torschuss abgeben muss, andernfalls bekommt die andere Mannschaft den Ball. Dies soll zum schnelleren und spannenderen Spiel beitragen.

Dies waren vielleicht die brutalsten Wettkämpfe während dieser Spiele. Denn es gab einige Begegnungen, bei der mangelndes Niveau durchaus zu beklagen war. So kam es beim Vorrundenspiel Jugoslawien gegen Kuba zu handgreiflichen Auseinandersetzungen, bei denen es sogar blutig zur Sache ging. Beide Mannschaften schenkten sich dabei nichts. Das Spiel ging letztlich 7:5 für Jugoslawien aus.
In der Finalrunde wurde es noch packender. Während der Partie in der Finalrunde zwischen Ungarn und Italien wurden innerhalb von 38 Sekunden 8 Spieler wegen groben Foulspiels herausgestellt. In einem mehr als dramatischen Spiel siegte schließlich Italien mit 8:7.

Die Sowjetunion gewann schließlich das Turnier aufgrund des besseren Torverhältnisses gegenüber Ungarn. Sie trafen zwar einmal weniger, kassierten allerdings auch zwei Tore weniger, sodass sie ganz knapp die Goldmedaille gewannen. Die deutschen Wasserballer platzierten sich am Ende auf einem respektablen 4. Platz. Die ostdeutschen Athleten waren für Olympia nicht qualifiziert.

Medaillenspiegel

Gold: Sowjetunion
Silber: Ungarn
Bronze: USA

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