Beschreibung
Fußball
Fußball ist bereits seit 1908 fester Bestandteil der Olympischen Spiele. Anders als bei den Spielen zuvor wurde in München erstmals ein neuer Modus im Fußball eingeführt – und bei den nächsten Olympischen Spielen bereits wieder verworfen. Die (ehemalige) DDR triumphierte zum ersten Mal auf großer internationaler Bühne über die BRD. Ein weiteres Mal sollte zwei Jahre später folgen.
Insgesamt nahmen 269 Sportler aus 16 Ländern am olympische Fußballturnier teil. Frauen waren noch nicht zugelassen. Als gesetzt galt Gastgeber Deutschland und der amtierende Olympiasieger Ungarn. Die übrigen 14 Teilnehmer mussten sich in eigenen Qualifikationsrunden der einzelnen Kontinentalverbände erst noch für das Turnier qualifizieren.
Austragungsorte waren das Olympiastadion in München, das Rosenaustadion in Augsburg, das ESV-Stadion in Ingolstadt, das Städtische Stadion in Nürnberg, das Dreiflüssestadion in Passau und das Jahnstadion in Regensburg.
Gespielt wurde vom 26. August bis zum 10. September. Es fanden 38 Spiele statt, in denen insgesamt 135 Tore geschossen wurden.
Eine Neuerung bei diesen Spielen war, wie auch noch bei der darauffolgenden WM, das zusätzlich eine zweite Gruppenphase eingeführt wurde. Die Sieger der jeweiligen Gruppen kamen anschließend bereits ins Finale und spielten um die Goldmedaille. Eine Silbermedaille gab es nicht. Der Sieger um Platz 3 erhielt die Bronzemedaille. Das damalige Spiel zwischen der Sowjetunion und der (ehemaligen) DDR geriet zur “Farce der deutsch-sowjetischen Freundschaft”, nachdem es nach regulärer Spielzeit 2:2 stand und sich beide Mannschaften stillschweigend in der Verlängerung auf ein Unentschieden einigten. Denn es gab damals noch kein Elfmeterschießen, sodass schließlich beide die Bronzemedaille erhielten. Die 70.000 Zuschauer äußerten ihren Unmut mit einem gellenden Pfeifkonzert.
Zuvor gelang ihnen in einem spektakulären Spiel ein 3:2 Sieg über die Bundesrepublik Deutschland, durch das sie erst in die Medaillenränge gelangten. Damit besiegelten sie auch das Schicksal der Mannschaft von Jupp Derwall, die sie damit nach Hause schickten. Dieses Spiel war mit über 80.000 Besuchern das bestbesuchte des ganzen Turniers.
Sieger wurde schließlich Polen mit dem überragenden Kazimierz Deyna mit einem 2:1 sieg über den bisherigen Olympiasieger Ungarn, bei dem er auch beide Tore schoss. Deyna wurde mit 9 Toren auch Torschützenkönig dieser WM.
Finale:
Polen – Ungarn 2:1 (0:1)
Stadion: Olympiastadion München
Tore: Béla Váradi (42.), 1:1 Kazimierz Deyna (47.). Kzimierz Deyna (68.)
Gelbe Karten: keine – Vépi
Schiedsrichter: Kurt Tschenscher (BR Deutschland)
Zuschauer: 80.000
Spiel um Platz 3:
Sowjetunion – DDR 2:2 n.V. (2:2, 2:1)
Stadion: Olympiastadion München
Tore: 1:0 Oleh Blochin (10.), 2:0 Murtas Churzilawa (30.), Hans-Jürgen Kreische (33., Handelfmeter), Eberhard Vogel (78.)
Gelbe Karten: Churzilawa, Andreasjan – Kreische, Ducke
Schiedsrichter: Armando Marques (Brasilien)
Zuschauer: 80.000
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